„No Exit“ von Daniel Grey Marshall

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Originaltitel: Still can’t see nothin‘ comin‘
Autor: Daniel Grey Marshall
Ursprungsland: USA
Übersetzung: Friederike Levin
Verlag: cbt (Juni 2006)
Preis: 7,95 €
ISBN: 978-3-570-30194-4
352 Seiten, Taschenbuch
Bewertung:
5sterne

Leseprobe
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Der Inhalt
Jim ist fünfzehn und findet im Alkohol den Trost vor seinem prügelnden Vater. Gemeinsam mit seiner Schwester, seinen Freunden Philly und Jeremy und seiner ersten großen Liebe Leslie flüchtet er in einen Sumpf von Drogen und wird kriminell; er klaut, ist selbst gewalttätig und nachdem ein schwerer Schicksalsschlag jeden der Gruppe auf ganz eigene Art aus der Bahn wirft, droht Jims Inneres vollkommen zu zerbrechen.
Eine Geschichte über Freundschaft, Gewalt, Sucht und die Hoffnung, alles irgendwie kitten zu können.

Der Autor
Daniel Grey Marshall wird mittlerweile selbst über dreißig sein, doch vieles in diesem Buch ist autobiographisch. Er hat jung mit Drogen & Alkohol experimentiert und schließlich mit fünfzehn Jahren dieses Buch verfasst. Bis heute bleibt es sein einziges Werk.

Das Buch
Der Leser beginnt mit einer Szene, die eine Weile nach der eigentlichen Handlung spielt. Jim trifft auf Leslie und seinen kleinen Bruder Billy. Erst nach einigen Seiten setzt seine retrospektive Erzählung ein.
Das ganze Buch ist geprägt von Jugendsprache. Das mag gefallen, oder auch nicht. Ich finde, oftmals macht ein solcher Erzählstil den Lesefluss kaputt und wirkt schnell gekünstelt. Hier allerdings glaube ich dem Autor, beziehungweise Jim, dass er so denkt, und es ist okay, sich so auszudrücken. Der Protagonist erlebt… alles. Er erlebt jugendliche Unschuld, er erlebt lähmende Rauschzustände, er hat Spaß am Verlorensein und ist unendlich traurig über Verluste, die damit einhergehen. Dabei finde ich es angebracht, auch mal Kraftausdrücke zu verwenden. Ein erwachsener, nüchterner Stil hätte hier vielleicht sogar viel Stimmung weggenommen.
Jim ist nur ein Teenager und hat nichts von dem verdient, was ihm zustößt. Keine der beteiligten Personen hat das, und dieser Aspekt macht den Roman so herzzerreißend echt. Jede der Figuren hat Charakter. Ihr individueller Umgang mit Schicksalsschlägen lässt sie sich in verschiedene Richtungen entwickeln und jede einzelne ist nachvollziehbar, versucht man einmal, sich in ihre Lage zu versetzen.
Dass Marshall selbst ähnliches erlebt hat, macht sich meiner Meinung nach in der Authentizität des Werkes sofort bemerkbar. Was dagegen unglaublich scheint, ist sein Alter zur Entstehungszeit des Romans. Ja, die Erzählung verfügt über viele Schimpfwörter und manche ungelenke Redewendungen. Nein, sie verfügt über keine komplexe Story mit Cliffhanger und Wendung am Ende. Sie ist einfach die Geschichte eines Jungen, der kämpft. Ich hab nicht nur einmal geweint.
Trotz der allgemein vorherrschenden Tragik ist der Roman außerdem voll von schönen Momenten. Die Beziehung zwischen Jim und seinen Geschwistern ließ mich immer wieder lächeln. Auch Philly und Leslie sind überwiegend positive Charaktere.
Ich war selbst etwa in Jims Alter, als ich „No Exit“ das erste Mal gelesen habe. Bis heute ist es mein Lieblingsbuch.

Das Fazit
5sterne5/5

+ authentische Darstellung
+ Charakterentwicklung
+ mitreißend emotional
+ positive Message

– Cover der deutschen Ausgabe

Meiner Meinung nach eignet sich dieser Roman wirklich gut für eine Verfilmung.

 

 

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